Das Auto nach der Rallye wieder richtig reinigen
Rallye ist nicht Formel 1 oder Indycar. Als Motorsport abseits klassischer Rennstrecken findet Rallye häufig unter extremen Bedingungen statt und fordert Fahrern und Beifahrern, dem gesamten Team und selbstverständlich auch dem Fahrzeug selbst einiges ab. Nicht nur Geschwindigkeit und Präzision sind entscheidend für den Ausgang einer Rallye, sondern vor allem auch die Kommunikation und Abstimmung zwischen Fahrer und Beifahrer.
Neben Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie technischer Vorbereitung gehört auch die Reinigung eines Rallye-Fahrzeugs zum regelmäßigen Arbeitsaufwand nach einem Wettbewerb. Was sollte dabei berücksichtigt werden und welche Besonderheiten gibt es bei der Reinigung eines Rallye-Fahrzeugs?
Warum Rallye-Fahrzeuge besondere Reinigung benötigen
Ein Rallye-Fahrzeug ist nicht zwangsläufig ein komplett anderes Fahrzeug als ein normales Alltagsauto, allerdings unterscheiden sich die Einsatzbedingungen grundsätzlich voneinander. Während ein Alltagsfahrzeug überwiegend auf befestigten Straßen unterwegs ist, muss ein Rallye-Fahrzeug je nach Veranstaltung mit Schotter, Schlamm, Staub, Wasser und teilweise extremen Witterungsbedingungen zurechtkommen, wodurch Verschmutzungen nicht nur auf sichtbaren Außenflächen, sondern auch in Radkästen, dem Fahrwerk, dem Unterboden oder auch Antriebskomponenten gelangen können. Feiner Schmutz kann sich zudem auch an Stellen und in Bereichen festsetzen, die bei einer herkömmlichen Fahrzeugwäsche nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Zwar sind Rallye-Fahrzeuge, insbesondere Motor, Kühler, Fahrwerk, Getriebe, Tank, Antriebswellen, Lenkung und Abgasanlage, grundsätzlich durch spezielle Vorrichtungen geschützt, das bedeutet aber nicht, dass Schmutz nicht dennoch eindringen kann. Der Unterbodenschutz kann beispielsweise verhindern, dass ein Stein in den Motor oder das Getriebe einschlägt, nicht aber, dass Staub, Schlamm oder schmutziges Wasser sich im Bereich des Unterbodens, des Fahrwerks, der Radkästen oder an anderen schwer zugänglichen Stellen ablagern und bei falscher Reinigung festsetzen können. Daher sollte man beim Auto waschen wie folgt vorgehen:
Grobe Verschmutzungen beseitigen: Schlamm und Lehm zunächst mit Wasser aufweichen und vorsichtig abspülen. Keinesfalls sollten entsprechende Verschmutzungen trocken abgekratzt oder abgeklopft werden, da Sand und kleine Steine den Lack zerkratzen können.
Vorwäsche und Einschäumen: Vor der eigentlichen Wäsche ist es ratsam, das Fahrzeug mit speziellem Autoshampoo einzuschäumen, um so verbleibenden, anhaftenden Schmutz zu lösen.
Radkästen und Unterboden: Radkästen und der Unterboden müssen besonders gründlich gereinigt werden, da sich Erde, Schotter, Gummi und andere Verschmutzungen besonders schnell festsetzen. Bei diesem Vorgang können gleichzeitig Fahrwerk, Bremsen und Antrieb auf Schäden kontrolliert und gegebenenfalls instand gesetzt werden.
Außenflächen: Besonders hartnäckige Verschmutzungen wie Teer und Insektenreste können gezielt mit entsprechendem Insektenentferner behandelt werden, um sie rückstandslos zu entfernen. Beim anschließenden Absprühen mit der Hochdruckdüse, sollte insbesondere bei Folierungen und Aufklebern, ein Abstand von mindestens 30 cm eingehalten werden.
Innenraum und Motorraum: Wenn die Außenflächen gründlich gereinigt wurden, geht es an den Innen- und Motorraum. Staub und Schotter können mit Pinsel und vorsichtig eingesetzter Druckluft gut entfernt werden, im Motorraum ist es wichtig, möglichst trocken bzw. mit schonenden Verfahren zu arbeiten.
Abschließend: Am Ende der Fahrzeugpflege gilt es, das Fahrzeug vollständig trocknen zu lassen und nochmals auf Schäden, Steinschläge und etwaige Flüssigkeitsverluste zu kontrollieren.
Besondere Herausforderungen bei der Reinigung nach Sand- und Schlammrallyes
Sand- und Schlammrallyes stellen zusätzliche Anforderungen an die Reinigung eines Rallye-Fahrzeugs, da hier besonders feiner und schwer löslicher Schmutz in alle Ritzen gelangen kann. Gerade feiner Sand kann wie Schleifpapier wirken und beim trockenen Verbleiben die Oberflächen beschädigen. Nach dem Wettbewerb ist daher schnelles Handeln gefragt, um die Schäden am Fahrzeug gering zu halten. Bei der Reinigung sollte zunächst der grobe Schmutz, also eine Mischung aus Schlamm und Sand, vorsichtig mit reichlich Wasser entfernt werden. Dabei ist zu beachten, dass nicht nur die Karosserie, sondern vor allem auch Bereiche wie Achsen, Bremsen und Radaufhängungen gründlich abgespült werden. Durch den Einsatz von speziellem, nicht aggressivem Reinigungsmittel lässt sich auch eingebrannter Schlamm besser lösen. Bei der Reinigung unter Verwendung von Hochdruckreinigern ist darauf zu achten, dass empfindliche Dichtungen und elektronische Bauteile nicht beschädigt werden, deshalb empfiehlt sich ein kontrollierter Abstand und weniger Druck in sensiblen Bereichen. Zusätzlich sollten Präventivmaßnahmen wie das Abdecken von wichtigen Motorteilen und die Vorsorge gegen Korrosion nach der Reinigung erfolgen. Diese Gründlichkeit hilft, die Funktionsfähigkeit des Rallye-Fahrzeugs zu erhalten und vermeidet teure Reparaturen im Anschluss an die anspruchsvollen Rallye-Etappen.





Der Vogelsberg – sonst eher bekannt für seine idyllischen Wälder, Vulkangestein und verschlafenen Dörfer – verwandelt sich einmal im Jahr in eine vibrierende Motorsport-Bühne. Wenn sich Motoren aufheulen, der Asphalt unter quietschenden Reifen glüht und Zuschauer aus ganz Deutschland anreisen, ist klar: Das Motorsport-Highlight im Vogelsberg steht vor der Tür. Doch hinter dem rasanten Spektakel steckt mehr als Benzin und Geschwindigkeit. Es geht um Strategie, Präzision – und vor allem um Teamgeist.


